Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Hörmannsberg
Größere Einsätze sind in einer nicht ganz so großen Wehr wie unserer eher selten. Aber von diesem Einsatz werden wir wohl noch lange erzählen können.
An diesem hochsommerlichen Donnerstagabend, dem 06.08.2026, schrillten bei zahlreichen Feuerwehren im Landkreis die Sirenen und Funkmeldeempfänger. Gemeldet war ein Brand der Alarmstufe B4 in einem landwirtschaftlichen Anwesen in Ried/Hörmannsberg. Schnell wie immer, vielleicht sogar noch ein wenig schneller, machte sich unser Löschfahrzeug auf den Weg zur Einsatzstelle. Gemeinsam mit der Feuerwehr Hörmannsberg trafen wir als erste Kräfte ein.
Vor Ort war zunächst vor allem eine starke Rauchentwicklung zu erkennen. Doch innerhalb weniger Sekunden änderte sich die Lage dramatisch: Nach einer Rauchdurchzündung schlugen die Flammen zunächst aus dem nördlichen Gebäudeteil und breiteten sich anschließend auf den gesamten Gebäudekomplex aus. Aufgrund der enormen Brandentwicklung war ein Innenangriff zu keinem Zeitpunkt möglich. Unser Schwerpunkt lag daher gemeinsam mit den nachrückenden Kräften darauf, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Der Brand erfasste einen Schweinestall sowie angrenzende Lagergebäude. Trotz des schnellen und massiven Kräfteeinsatzes war für die im Stall untergebrachten Tiere jede Hilfe zu spät. Es befanden sich etwa 1.200 bis 1.300 Schweine im Stall, die bei dem Großbrand verendeten. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
Die Löscharbeiten stellten alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen. Um den immensen Wasserbedarf zu decken, unterstützten zahlreiche Landwirte aus der Umgebung die Feuerwehren mit Güllefässern und großen Wassertransportanhängern im Pendelverkehr. Dank dieser außergewöhnlichen Unterstützung konnte die Wasserversorgung auch abseits des Hydrantennetzes sichergestellt werden. Gemeinsam mit den eingesetzten Feuerwehren gelang es, eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern und wichtige Nachbaranlagen zu schützen. Besonders im Fokus standen dabei eine Trocknungsanlage sowie weitere gefährdete Bereiche des Anwesens.
Das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzkräfte im weiteren Verlauf mit leistungsstarker Beleuchtung der Einsatzstelle. Später wurden mit schwerem Gerät Teile der Gebäudestruktur geöffnet beziehungsweise eingerissen, um versteckte Glutnester erreichen und ablöschen zu können.
Der Rettungsdienst musste glücklicherweise keinen Sanitätseinsatz durchführen, stand jedoch vorsorglich bereit. Eine spezielle Verpflegungseinheit übernahm die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Essen.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Bürgerinnen und Bürger über NINA und KATWARN aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen abzuschalten. Umso beeindruckender war die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Viele Anwohner brachten Getränke zur Einsatzstelle und unterstützten die Einsatzkräfte auf unterschiedlichste Weise.
In einer solchen Lage wurde einmal mehr deutlich, was Gemeinschaft bedeutet. Feuerwehren, THW, Rettungsdienst, Landwirte, Polizei Verpflegungseinheiten und die Bevölkerung arbeiteten Hand in Hand, um dieses außergewöhnliche Schadensereignis zu bewältigen.
Unser Dank gilt allen eingesetzten Kräften und Helfern. Insgesamt waren zeitweise bis zu 350 Personen im Einsatz. Ihr Engagement, ihre Ausdauer und die hervorragende Zusammenarbeit haben gezeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Region ist.
Die Nachlöscharbeiten und Brandkotrollen zogen sich über mehrere Tage hin.